Was ist Vectoring?

 

Werden Kupferkabel anstatt Glasfaserkabel für die Internetübertragung verwendet, geht das mit einer erhöhten Störanfälligkeit einher. Vor allem auf dem letzten Teilstück der Kabelverbindung kommt es zu deutlichen Leistungsverlusten. Während bundesweit auf immer mehr Strecken bereits das Breitband genutzt wird, sind die letzten Stationen vom Kabelverzweiger (KVz) bis zum Verbraucher oft noch Kupferleitungen. Mit Vectoring sollen die herkömmlichen Telefonleitungen wie zuverlässige Glasfaser genutzt werden können.
In Glasfasernetzen bleibt die Signalstärke auch auf langen Distanzen erhalten. Im Gegensatz dazu kommt es bei Kupferkabeln zu Signalverlusten, je weiter Sender und Empfänger voneinander entfernt sind. Mehr als 50 Mbit/s kann mit einem Internetanschluss per Kupferkabel selten realisiert werden. Bei langen Distanzen sind es oft sogar nur etwa 20 Mbit/s.

 

Kupferkabel sind im Vergleich zu Glasfaserkabeln anfälliger gegenüber äußeren Einflüssen. So führen etwa Elektromagnetische Schwingungen im Erdboden zu einer Verringerung der Übertragungsgeschwindigkeit. Bei Kupferkabeln werden außerdem die einzelnen Zuleitungen für die verschiedenen Empfänger zu Bündeln zusammengefasst. Durch die räumliche Nähe entstehen dabei Störsignale, die als Crosstalk („Übersprechen“) bezeichnet werden. Auch wenn das heutige Übersprechen akustisch nicht mehr wahrzunehmen ist, rein technisch ist die Frequenz-Überlagerung  immer noch problematisch, weil sie ebenfalls zu einer Verringerung der Übertragungsgeschwindigkeit führt.

Vectoring ist nun eine Methode, Störungen in den Kupferleitungen zu unterdrücken, bevor sie sich negativ auf den Datenaustausch auswirken können. Vergleichen kann man dies mit Kopfhörern, die Außengeräusche unterdrücken.

 

 

Die Technik kann nur angewendet werden, wenn zumindest bis zum Kabelverzweiger ein Glasfaserkabel liegt. Mit einem Vectoring-Gerät in den Kabelverzweigern (den grauen Kästen, die am oft Straßenrand zu finden sind) werden die Störsignale bis zum Endverbraucher weitgehend unterdrückt. Der Endverbraucher benötigt dann allerdings ein Modem, welches das Vectoring unterstützt. Die Störsignale auf der Leitung werden von beiden Enden aus gemessen und gezielt gelöscht.

Allerdings kann nur ein einzelner Anbieter am Kabelverzweiger das Vectoring- Verfahren einsetzen, da sämtliche Leitungen von diesem überwacht werden müssen. Ein weiterer kann am gleichen Standort keine eigene Technologie installieren. Damit ist keine freie Wahl zwischen den Anbietern mehr möglich (kein sogenanntes „Open- Access- Netz“) und schränkt damit den Wettbewerb ein.